Die Lese-Rechtschreib-Schule im Studienkreis
 
 

Das LRS-Bausteinsystem



Die Lerninhalte der Kinder, die nach dem LRS-Bausteinsystem gefördert werden, stellen wir entsprechend ihrer Lerndefizite zusammen. Dabei nutzen wir in der Praxis erprobte Materialien.

Die Förderung orientiert sich an den Fähigkeiten des einzelnen Kindes und berücksichtigt dabei auch die Lernvoraussetzungen, die für den Lese-Rechtschreiberwerb und für das weitere erfolgreiche Lesen und Schreiben vorliegen sollten. Vier Lernbereiche, die bei der Erstellung des Förderplans in kleinere Einheiten aufgeteilt werden, gehören zum LRS-Bausteinsystem des Studienkreises:

Rechtschreibfähigkeit
Die Eingangsdiagnostik ermöglicht die Erstellung individueller Förderprofile. Auf dieser Basis werden Übungen und Materialien passgenau zusammengestellt. Die Förderung umfasst den Wahrnehmungsbereich (z. B. Unterscheiden von klangähnlichen Lauten oder optisch ähnlichen Buchstaben) und den Regelbereich (Betonung, Konsonantenverdoppelung, Dehnung etc.).
Lesefähigkeit
Auch der Leseförderung liegt eine klare Systematik zugrunde. Buchstabenkenntnis, Laut-Zeichen-Zuordnung, Silbengliederung, Inhaltserfassung ... jeder Schüler mit einer Leseschwäche steigt dort in die Leseförderung ein, wo er sich leistungsmäßig gerade befindet.
Phonologische Bewusstheit
Eine für den Lese-Rechtschreiberwerb wesentliche Voraussetzung ist die „Phonologische Bewusstheit“. Sie bezeichnet die Fähigkeit, die Lautstruktur in gehörter Sprache wahrzunehmen, zum Beispiel Einzellaute und Silben. Konkret heißt dies zu erkennen, dass zum Beispiel das Wort „Hose“ aus den Lauten H, O, S, E besteht oder dass sich „Hose“ auf „Dose“ reimt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Defizite in diesem Bereich in engem Zusammenhang zu Lese-Rechtschreibproblemen stehen.
Lernvoraussetzungen
Lesen und Schreiben lernen setzt bestimmte Fähigkeiten voraus, die mit Schuleintritt in ausreichendem Maße vorhanden sein sollten, damit der Lese- und Schreiblernprozess gelingen kann. Dazu gehören neben der beschriebenen „Phonologischen Bewusstheit“ vor allem die Grob- und Feinmotorik, die Wahrnehmung, die Fähigkeit zur Konzentration und Entspannung sowie die Selbsteinschätzung. Eine mangelnde Ausprägung dieser Fähigkeiten nach der Einschulung kann den gesamten Lernprozess beeinträchtigen. Daher werden auch diese Fähigkeiten durch geeignete Lerneinheiten gefördert.

In allen Bereichen greifen wir auf erprobte Fördermaterialien und Übungen zurück. Im Bereich der Rechtschreibförderung kooperieren wir eng mit der Universität Münster. Sie hat ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, die Rechtschreibfehler der Kinder bestimmten Fehlerkategorien zuzuordnen und darauf gezielt Übungen und Arbeitsblätter abzustimmen.

Die Förderung erfolgt zweimal wöchentlich in kleinen Gruppen von drei bis fünf Schülerinnen und Schülern. Sie wird für Kinder der Klassen 1 bis 6 angeboten. In begründeten Fällen wird auch Einzelunterricht erteilt.


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Die Tests zur Feststellung einer Lese-Rechtschreibschwäche werden von qualifizierten Fachkräften in den Lese-Rechtschreib-Schulen durchgeführt. Sollte bei Ihrem Kind eine solche Lernschwäche festgestellt werden, können Sie gemeinsam mit den Experten die Planung der individuellen Förderung besprechen.

Die Lese-Rechtschreib-Schulen im Studienkreis bieten mit ihrem Rechtschreibkonzept eine auf die Stärken und Schwächen des Kindes abgestimmte Förderung an. Außerdem absolvieren die teilnehmenden Kinder Übungen zur Verbesserung der Lesefähigkeit und den wesentlichen Lernvoraussetzungen wie Motorik, Entspannung oder Konzentration, insbesondere zur „phonologischen Bewusstheit“ – also das Wissen um und Handeln mit gesprochener Sprache.
Jeder zweite Grundschüler hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, haben Befragungen von Eltern gezeigt. Die Konzentrationsfähigkeit spielt auch bei dem Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen eine große Rolle. So gehen Lernschwierigkeiten nicht selten mit Konzentrationsschwächen einher. Betroffenen Kindern sollte deshalb so früh wie möglich geholfen werden, damit sich schlechte Schulnoten gar nicht erst festsetzen.